31 Bilder vom März 2017

Weil mir das Projekt „12 von 12“ so gut gefällt, erstelle ich ab heute zu jedem Monatsende eine persönliche Foto-Rückschau des Monats. Ich fotografiere ja viel, manchmal auch Skurriles, Seltsames, Eigentümliches. Ich erhoffe mir von diesem Format, dass so ein Eindruck von meinem Blick auf die Welt entsteht, der im 12 von 12-Format aufgrund der Beschränkung auf einen Tag/Tagesablauf nicht möglich ist. Ich gehe jeden Tag mit offenen Augen durch die Welt, nicht nur am 12. des Monats.

Die Zahl 30 oder 31, je nach Tageszahl des Monats, scheint mir eine passende Menge Bilder für einen monatlichen Rückblick. Natürlich heißt das nicht, dass es von jedem Tag genau ein Foto geben muss. Nein, die 30 Bilder können sich beliebig verteilen.

Im März 2017 waren wir aufgrund der Jahreszeit (= ständige Krankheiten, andauernde Kälte, Regen und Bewölkung) viel drin. Es war gefühlt den ganzen Monat lang eiskalt, und ich habe sehnlichst auf die ersten Blätter gewartet. Erst in den letzten Tagen des Monats ließ sich Frühling fühlen.
Hier meine 31 Bilder vom März 2017:

Foto 1: Wochenend-Ausflug an den Stolper Turm an der Alten Oder in der Ost-Uckermark. Ausblick auf die Flusslandschaft der Alten Oder.

Foto 2: Weil ich noch krank bin und die Kinder auch, und ich trotzdem weiter voll arbeiten muss, bin ich am Abend so groggy, dass ich nur noch ins Bett fallen oder so eine herrlich seichte Serie wie „The Paradise“ auf Netflix gucken kann. „Based on the novel by Emile Zola“ weckt ein wenig, ähem, übertrieben intellektuelle Erwartungen.

Foto 3: März 2017 – Wegen der Krankheiten und der damit verbundenen Überforderung gerät die Ordnung im Haus manchmal aus den Fugen. Und nein, der gebogene Stock in der vorderen Bildmitte ist nicht etwa ein Prügelstock oder ein perverses Sexspielzeug, sondern ein traditioneller koreanischer Massagestab, mit dem man sich selbst den Rücken massieren und kratzen kann. Laut meiner halbkoreanischen Freundin, die uns den Stab geschenkt hat, benutzen in Korea die Mehrzahl der älteren Menschen einen solchen Stab. Der Mann benutzt das Ding auch sehr gern.

Foto 4: Ich lese endlich dieses unfassbar gute Buch zu Ende. Tja, und wir denken darüber nach, uns ein (Ferien-)Haus auf dem Land in Brandenburg zu kaufen. Vielleicht nochmal überdenken? Aber nein: wer so denkt, hat das Buch natürlich überhaupt nicht verstanden.

Foto 5: Die kleine Tochter (4) hat in gefühlt 10 Sekunden ein Bild gezeichnet: „Mädchen, das zwei Tüten Äpfel kauft“. Ich finde diese Sonnen-Finger so geil, die sie malt.

Foto 6: Dafür knetet die große Tochter eine ganze Miniatur-Wohnungseinrichtung. Hier ein 80er-Jahre-Sofatisch mit Torte und Fernseher (ganz Dali-mäßig läuft das Bild aus dem Fernseher heraus :-). Sogar eine Mini-Fernbedienung liegt auf dem trendy marineblauen Sofa. Das Ganze ist ungefähr 4 cm lang. Nicht zu glauben, denn wir haben keinen Fernseher.

Foto 7: Schatzsuche bei der wegen Krankheit lang verschobenen Geburtstagsparty der großen Tochter.

Foto 8: Große Freude bei mir: Die weißen Tulpen von letztem Jahr sind wieder ausgetrieben. Es ist ja erst meine zweite Gartensaison bzw. mein erster Vorfrühling hier in unserem kleinen Traumhaus. Die Tulpen waren überhaupt das erste, was ich in unserem Garten gepflanzt habe. Bevor wir einzogen, waren da nur Steinplatten und Anti-Unkraut-Folien, damit nur ja kein Grün sprießt. Leute gibt’s.

Foto 9: Was ist so schlimm daran, wenn ein Kind im März im Spielplatz-Sandkasten die Schuhe auszieht? Maximal kriegt  das Kind ’n bisschen kalte Füße. Das hält es aus.

Foto 10: Dieses Foto wird für mich eine wichtige Erinnerung werden.

Foto 11: Sonntagsspaziergang im Mauerpark. Spektakulär an diesem Bild: Keine Menschen zu sehen außer unseren Kindern, die den Berg hoch zu den Schaukel rennen. Hey: Es ist Sonntag im Mauerpark! (Aber vor 10 Uhr und eiskalt).

Foto 12: Weil es so schön und gemütlich war – Sonntags-Brunch bei Freunden in Charlottenburg. Dieses Foto war auch Teil von 12 von 12 im März 2017.

Foto 13: Basteln eines Papier-Theaters (Anleitung für den Hans Natur Blog hier)

Foto 14: Blödelei am Nachmittag. Sachen in die Augen klemmen, um auszusehen wie verrückte Nerds aus utopisch-fantastischen Filmen (naja, ich sehe eigentlich einfach blöd aus).

Foto 15: Spaziergang mit der großen, gerade von der zweiten Krankheit genesenden Tochter in den Humboldthain, um Stöcke für diesen Blogartikel auf Hans Natur zu sammeln. Wir sehen einen Buntspecht und Hunderte, Tausende dieser hübschen Frühblüher am Fuß der Bäume.

Foto 16: Diese Zweigvasen stellen wir etwas später aus den gesammelten Stöcken her.

Foto 17: Das hier war ein ganz besonderer, berührender Auftrag als Puppenmacherin, über den ich hier ausführlich geschrieben habe.

Foto 18: Zwei halbwüchsige Jungs liebkosen und spielen liebevoll mit der Katze auf dem Moritzhof (Kinder-Bauernhof).

Foto 19: Eigentlich wollten wir mit den Kindern und Freunden auf dem Moritzhof am Mauerpark Ponyreiten, aber die Pferde hatten die Krätze oder sowas… Stattdessen gehen wir auf den Spielplatz. Die Kinder kriegen nicht genug vom wilden Karussellfahren („Hier auf dem Rollerkotzer gibt’s nur lachende Gesichter!“).

Foto 20: Der Mann amüsiert sich königlich über ein Youtube-Video, in dem drei völlig Bekiffte (ein Rabbi, ein Priester und ein Atheist) sich über Gott und die Welt unterhalten. War ein Viralhit des Tages.

Foto 21: Dem großen Kind ist seit der Krankheit immer noch nicht gut; sie ist fast den ganzen Monat zu Hause. An einem Vormittag filzen wir gemeinsam, und die Tochter filzt mit ein wenig Anleitung diese beeindruckende Figur ganz allein.

Foto 22: Bärlauch- und Brennessel-Sammeln im Wald. Alles voller ganz jungem Bärlauch hier. Daraus machen wir gleich Wildkräuter-Spinat (hier verbloggt) und Bärlauch-Pesto als Mitbringsel für Menschen, die uns lieb sind bzw. ganz sicher lieb werden.

Foto 23: Hier hat sich ein frisches Bärlauch-Blatt durch ein Buchenblatt vom Vorjahr gedrückt. Jung durchbohrt Abgestorben.

Foto 24: Da stimmt was nicht mit diesem Bild: Baum im Wald. Ich poste das Bild auch auf Facebook, und meine cleveren Freunde kommen sofort drauf, was mit dem Bild nicht stimmt.

Foto 25: Nachbarschaftliches Fest in unserer Wohnanlage. Hu, da war’s noch kalt.

Foto 26: Der Sommer ist ganz plötzlich da! Vor zwei Tagen war es noch eisig, jetzt sind die Kinder plötzlich im T-Shirt draußen. Und der Garten muss gewässert und beackert werden.

Foto 27: Unser Wohnzimmer-Esstisch ist die ganze zweite Monatshälfte mit Bastelzeug bedeckt. Wir sind ja leider nicht so super-ordentlich, aber dafür wenigstens kreativ.

Foto 28: Vielleicht das berührendste Ereignis des Monats – vielleicht sogar des ganzen Jahres: Dieses Baby ist zum Zeitpunkt des Fotos ungefähr 20 Minuten alt, und es ist nicht meines :-). Denn ich werde am 29. März kurz vor Mitternacht überraschend von einer Freundin als Geburtsbegleitung bestellt, weil die Person, die das machen wollte, nicht verfügbar war. Wir erlebten am Nachmittag des nächsten Tages eine traumhafte, innige, intensive und fast nonverbale Geburt mit den beiden wohl feinsten, sensibelsten, tollsten Hebammen des Virchow-Klinikums. Ich hatte das Gefühl, dass wir Helferinnen alle auf einer warmen, weichen Welle schwammen und uns dabei umarmten – und wir trugen die gebärende Mutter mit uns, und dennoch war sie ganz bei sich, ganz in ihren Körper und ihre Wehen vertieft (und oft buchstäblich an uns geklammert – ich habe einen blauen Fleck am Arm!). Als das Baby kam, musste ich weinen, so wunderschön war es. Willkommen auf der Erde, Kind des Universums und Geschenk Gottes!

Foto 29: Wir hängen endlich die Graphik auf, die wir in Mitte in einer Galerie in der Steinstraße gekauft haben.

Foto 30: Amtsgericht Wedding. Ein architektonisch mega-beeindruckendes Gebäude, aber drinnen ist Security wie am Flughafen am Start. Ich muss da rein, weil ich ein Erbe ausschlagen muss. Tja, nicht alle Leute haben Glück mit Erbschaften.

Foto 31: Am Elternabend im Kindergarten basteln wir diese zauberhaften kleinen Vogelnester aus Walnussschalen, Weidenkätzchen und Moos. „Weil die Kinder sich nicht vorstellen können, was wir am Elternabend eigentlich machen,“ sagte die Kindergärtnerin. „Jetzt könnt Ihr sagen, ‚Schau, wir haben diese Vogelnestchen für Euch gebastelt‘.“ Ich sag’s ja, bester Kindergarten von Welt.

Das war mein März 2017. Wenn ich so auf die Fotos schaue, waren wir ja doch ganz schön aktiv und haben unheimlich viel gemacht. Obwohl drei Viertel der Familie den halben Monat krank war. Und das war noch längst nicht alles. Wir haben uns zum Beispiel ein Auto gekauft, um in Brandenburg rumzufahren und ein Landhaus für uns zu finden, und wir haben sogar eine Garage direkt hier um die Ecke dafür angemietet. Aber Autos sind uns halt total unwichtig. Das für uns wichtigste Ereignis des Monats habe ich hier gar nicht erwähnt.

Morgen ist der erste April, und es sieht so aus, als würde es endlich dauerhaft wärmer. Die große Tochter plant Aprilscherze für die Schule („Guckt mal, da draußen läuft Frau Barnitzke {die Schulsekretärin} im Bademantel!“). Meine Wünsche für den April:

  • Landhaus finden, das A. in der Natur, B. nicht zu groß, C. nicht zu ruinös und D. im Budget ist.
  • Sonnenschein und grüne Blätter
  • endlich Zeit und Ruhe zum Arbeiten
  • Beziehungen leben
  • eine Akquise erfolgreich abschließen
  • endlich Recherchen für Projekt X beginnen
  • keine Krankheiten mehr, bitte!
Der April kann kommen!

 

 

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