12 von 12 im Dezember 2016

12 von 12: Es gibt eine Tradition unter Bloggern, jeden 12. des Monats 12 kommentierte Fotos vom eigenen Tagesablauf zu posten. Nun bin ich zwar in erster Linie keine Bloggerin (zumindest nicht auf dieser Website), aber die Idee gefällt mir als punktuelles Tagebuch gut. Deswegen mache ich mit.

Der 12. Dezember 2016 war ein gemütlicher Adventstag. Weiterlesen

12 von 12 im November 2012

12 von 12: Es ist eine Tradition unter Bloggern, jeden 12. des Monats 12 kommentierte Fotos vom eigenen Tagesablauf zu posten. Nun bin ich zwar in erster Linie keine Bloggerin (zumindest nicht auf dieser Website, und streng genommen sollte mein Leben nicht auf meiner professionellen Website abgebildet sein), aber die Idee gefällt mir als „punktuelles Tagebuch“ gut.

Der 12. November 2016 war ein herbstlicher Samstag und wir waren im Wald.

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12 von 12 im Oktober 2016

12 von 12: Es ist eine Tradition unter Bloggern, jeden 12. des Monats 12 kommentierte Fotos vom eigenen Tagesablauf zu posten. In Deutschland hat zuerst Caro von Draußen nur Kännchen zu dieser schönen Tradition aufgerufen, der sich inzwischen Hunderte von Bloggern angeschlossen haben. Nun bin ich zwar in erster Linie keine Bloggerin, aber die Idee gefällt mir als „punktuelles Tagebuch“ gut.

Der 12. Oktober 2016 stand im Zeichen der Geburtstagsfeier der kleinen Tochter.

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12 von 12 im Juli 2016

12 von 12: Es ist eine Tradition unter Bloggern, jeden 12. des Monats 12 Fotos vom eigenen Tagesablauf zu posten. Ganz ursprünglich wurde die Idee ins Leben gerufen von einem mir unbekannten Chad Darnell, dessen Blog jedoch aktuell nicht mehr zugänglich ist. In Deutschland hat meines Wissens zuerst Caro von Draußen nur Kännchen zu dieser schönen Tradition aufgerufen, der sich inzwischen Hunderte von Bloggern angeschlossen haben. Nun bin ich zwar in erster Linie keine Bloggerin (zumindest nicht auf dieser Website), aber die Idee gefällt mir als „punktuelles Tagebuch“ gut.

Heute also meine ersten Bilder der Reihe „12 von 12“:

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Identität in der Kommunikation

Für meinen Roman interessiert mich der kommunikative Begriff von Identität. Wie kann’s auch anders sein, ich bin Kommunikationswissenschaftlerin.

Was also ist Identität in der Kommunikation?
Für meine Zwecke eignet sich hervorragend der Identitätsbegriff von Lothar Krappmann. Er beschreibt Identität als etwas, das erst durch den Gebrauch von Sprache entsteht. Erst in kommunikativen, sprachlichen Zusammenhängen bildet der Mensch temporär eine Identität aus. In unterschiedlichen kommunikativen Zusammenhängen entstehen auch bei einem Menschen unterschiedliche Identitäten. So können sich in einem Menschen, der sich in unterschiedlichen kommunikativen Kontexten bewegt, auch unterschiedliche Identitäten überlagern (meine Folgerung).

„Geht man von einer gelungenen Identitätsbildung aus, so ordnet das Individuum die gemachten Erfahrungen mit diversen Gesprächspartnern zu einer möglichst konsistenten Biographie, die ihm so beständigere Handlungsorientierungen schafft. Es entwickelt sich eine Identität, die sich von derjenigen anderer Menschen unterscheidet. Die Ausbildung einer individuellen Identität ist folglich das Ergebnis vieler Interaktionsprozesse, die miteinander verknüpft wurden und so ein beständigeres Bild von Identität vermitteln als die unabhängig nebeneinander stehenden einzelnen Ereignisse der Kommunikation.“ (Quelle: Wikipedia)

Danke, Lothar Krappmann, das ist genau, was ich brauchte!

 

Danke, Wolfgang, für „Tschick“. Verspäteter Abschied.

Ich habe gestern „Tschick“ zu Ende gelesen. Das Buch lag seit Jahren im Regal, aber immer war zuerst andere Lektüre dran. Wie dumm von mir. „Tschick“ ist seit DBC Pierres „Jesus von Texas“ eins der berührendsten Bücher, die ich gelesen habe. Voller Wärme und dabei so wahr und absurd, wie das Leben sein kann. Wie Brandenburg ist. Du bist leider nicht mehr unter uns, ich kann mich aber noch an das letzte Gespräch erinnern, das wir im nbi geführt haben. Da war „Tschick“ schon raus. Es war eine völlig verrückte Konversation über Hochstapler. Ich hatte ein Bier zu viel getrunken und erzählte Dir ausschweifend von meiner Reise unter falscher Identität nach Budapest. Du dagegen breitetest abgefahrene Theorien über Hochstapelei aus. Du hast irgendeine griechische Sage erwähnt, die in Deinen Augen eine Hochstapler-Geschichte ist. Wenn ich nur wüsste, welche das war, das würde mir gerade in diesen Tagen weiterhelfen. Und nun kann ich Dich nicht mehr fragen.

Seitdem ich erst jetzt Dein berühmtestes Buch gelesen habe, bin noch viel trauriger, dass es nie etwas Neues von Dir zu lesen geben wird. Genau so traurig wie bei Salinger. Danke für Dein großartiges Werk, Wolfgang, und ruhe in Frieden.

Unsere erste Besichtigung: Das Häuschen im Brunnenviertel

Wir haben gestern das Häuschen im Brunnenviertel besichtigt. Es ist geräumiger als gedacht; der Schnitt ist praktisch und effizient. Es liegt fantastisch. Aber ansonsten: Naja. Es ist abgewohnt. Was sage ich: Es ist durchgerockt (auch wenn man das auf den Bildern nicht sieht). Überall ist Raufaser-Tapete an den Wänden, in ekligen 90er-Jahre-Farben gestrichen: in den „Trendfarben“ gelb, türkis und (yeah!) Cappuccino:

Trendfarbe gelb

Trendfarbe Helltürkis

Trendfarbe Cappuccino

Die Fensterbänke sind aus PVC (!) in Marmoroptik (!!!) – wie kann man nur. An den Decken befindet sich grauenvolle Strukturtapete, bei der ich echt Augenkrebs bekomme. Das Schlimmste ist: Raufaser, Fensterbänke, Deckenverkleidung und Plastik-Sockelleisten wurden erst vor Kurzem angebracht – wahrscheinlich in der Absicht, das Objekt vor der Vermietung aufzuwerten. Aua!!!

In den Bädern ist uralter Schmutz in den Fliesenfugen. Vieles, von den Sanitäranlagen bis zu den Lichtschaltern, sieht abgenutzt und erneuerungsbedürftig aus. Der Boden ist immerhin doch kein Laminat, sondern Linoleum, sogar äußerst hochwertiges, das teurer ist als Eichenparkett, wie wir erfahren. Ein natürlicher, umweltfreundlicher, nachhaltiger, pflegeleichter Boden, mit dem Blauen Engel als Öko-Gütesiegel.

Kein Holz: Linoleum-Boden im Wohnzimmer

Jedoch: Der Schnitt des Häuschens ist super, und wir sehen sofort, was man daraus machen könnte. Wenn man will, sieht man Bauhaus: streng rechteckig aufgeteilte Räume in effizienter, durchdachter Anordnung. Kein Schnickschnack. Fünf Zimmer auf zwei Etagen; davon unten ein großes Wohnzimmer, eine okay große Küche mit Essplatz und ein Gästeklo, und oben vier geräumige Schlafzimmer mit jeweils 12-16 Quadratmetern Fläche, eine große Flurnische als Abstellraum sowie ein kleines (sehr kleines) Bad, aber immerhin mit Badewanne. Dazu ein riesiger Keller und die Option auf einen Autostellplatz in der Tiefgarage unter dem Haus (aber wir haben ja kein Auto). Der Garten ist klein und zu 75% mit Waschbeton-Fliesen abgedeckt, so dass hier nichts wachsen kann, außer einem vertrockneten alten Ficus Benjamini, der zwischen den Steinen kauert. Auch das schreit nach Arbeit.

Ein Teil des Gartens: Fast ganzflächig gefliest.

Tapeten kann man abreißen, die hässlichen Küchenfliesen darf man austauschen und zur Not kann man sogar einen anderen Boden verlegen (aber das „Luxus-Linoleum“ wurde gerade erst neu für viel Geld verlegt, aaargh). Der Vermieter würde am Zustand des Hauses nichts mehr ändern, aber man bekäme etwas Zuschuss zu eventuellen Renovierungsbemühungen. Aaah.

Hässliche Fliesen in der Küche

Was soll ich sagen. Unterm Strich ist alles total super. Egal, dass das Innen nicht unserem Geschmack entspricht – das lässt sich ja ändern. Die Lage ist so schön hier in der grünen Oase, und dann das Gärtchen! Wir fühlen nach wie vor: Das hier ist unsere einzige Chance. Hier wollen wir hin, unbedingt!

Wir drückten der zuständigen Vermieterin der Degewo also unsere Bewerbungsunterlagen mit allen notwendigen Dokumenten in die Hand. „Hier sind unsere vollständigen Unterlagen. Wir würden uns freuen, hier wohnen zu dürfen!“, sagten wir freundlich. Sie war natürlich umzingelt von anderen Interessenten, die versuchten, ihr intelligente, aber nicht zu kritische Fragen zu stellen und in Erinnerung zu bleiben. Wir haben dafür ein Foto und eine nette Seite „Über uns“ zu den Unterlagen getan. Etwa zehn Parteien waren zur Besichtigung da, darunter noch drei Familien „unseres Schlags“, vermutlich auch aus Mitte oder Prenzlauer Berg. Aber auch arabisch aussehende Familien mit drei und mehr Kindern waren da, die in unseren Augen das Häuschen vielleicht noch mehr verdienen als wir. 🙁

Richtig wütend wurden wir beim Anblick einer Konkurrenten-Familie, die mit Oma in Barbour-Jacke, Perlenkette und top gepflegter Frisur angekommen waren. Die Mutter trug ganz klischeehaft eine Jack Wolfskin-Jacke, hatte große Zähne und einen dicken Popo. Und einen Bugaboo hatten sie natürlich auch mitgebracht. Sie wirkten ehrgeizig, beflissen und top organisiert. Die Mutter redete dauernd belehrend auf die kleine Tochter ein, die im Sandkasten vor dem Haus spielte bzw. spielen wollte. „Nein, Linnea! Der Boden ist noch zu kalt! Da setzen wir uns nicht hin!“ Die arabischen Kinder tollten derweil vergnügt kreischend herum und hatten Spaß. „Linnea!! Igitt! Lass das looooos!“ (Linnea lässt erschrocken das etwas verrottete Aststückchen fallen). Der große Familienvater mit Brille, etwas steif wirkend, stand derweil bei der Vermieterin und versuchte, guten Eindruck zu machen. Die Oma war mit dem älteren Kind, einem ungefähr fünfjährigen Buben, drinnen und inspizierte das Haus. Als sie rauskamen, gesellte sich die Oma zur Tochter und machte abfällige Bemerkungen zum Zustand des Hauses. „Aber Ihr solltet Euch trotzdem bewerben. Daraus können wir schon was machen. Der Preis ist unschlagbar.“ Aha, klar, Oma würde dann eine Top-Renovierung zahlen. „Wenn diese Familie jetzt dieses Häuschen bekommt, dann laufe ich Amok,“ sagte mein Mann leise. Und ich fühlte das Gleiche.

Wir kamen mit einem mulmigen, zwiegespaltenen Gefühl nach Hause. Wir fühlen noch viel stärker, dass wir dieses Häuschen unbedingt haben wollen. Die nahe Umgebung mit dem vielen Grün ist ein Traum, man hört die Mönche des Klosters auf der Orgel spielen, wir hätten einen Garten und fünf Zimmer zum wirklich unschlagbaren Preis! Aber uns ist beklommen zu Mute: Die Top-Familie mit Linnea und Max haben sicher ein größeres Einkommen als wir und Oma an der Seite, die die Renovierung bezahlen würde. Das sind eindeutig bessere Karten. Warum sollten sie uns den anderen Leuten vorziehen?

Aber uns bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen; wir haben alles in unserer Macht Stehende getan. Der Mann will in zwei Tagen nochmal anrufen und am Telefon nochmal eine freundliche Frage stellen, einfach, um uns in Erinnerung zu rufen. In ein paar Tagen erfahren wir, ob wir uns glücklich nennen dürfen. Es ist kaum auszuhalten!

Weitere Artikel zum Thema (chronologische Reihenfolge; sie finden sich auch alle unter der Kategorie „Wohnen in Berlin“):

Wie alles begann: Der Zionskirchplatz verliert eines der letzten Refugien des alten Prenzlauer Bergs

Wir ziehen aus. Nur: Wohin?

Lichtschimmer in der Wohnungsfrage (Was ich zuerst über das Häuschen im Brunnenviertel gedacht habe)

Bezahlbare Familienwohnung im Berliner Zentrum: 2016 unmöglich zu finden

Aus Plan D wird Wunsch A (Wie ich merkte, dass das Häuschen im Brunnenviertel ein Traum ist)